BECKER-HORNICKEL: Altersarmut wirksam bekämpfen – strukturelle Ursachen konsequent angehen
„Ein modernes Rentensystem muss Leistung honorieren, Chancen eröffnen und zukunftsfest sein. Entscheidend ist, dass sich Arbeit über das gesamte Berufsleben hinweg auszahlt und Menschen frühzeitig in die Lage versetzt werden, eigenverantwortlich vorzusorgen“, so die sozialpolitische Sprecherin weiter.
Zur aktuellen Entwicklung der Grundsicherung im Alter in Ostdeutschland erklärt Barbara Becker-Hornickel, die sozialpolitische Sprecherinder Gruppe der FDP Mecklenburg-Vorpommern:
Die jüngsten Zahlen verdeutlichen eine besorgniserregende Dynamik bei der Grundsicherung im Alter in den ostdeutschen Bundesländern. Besonders auffällig ist, dass Frauen inzwischen überproportional betroffen sind. Diese Entwicklung weist auf strukturelle Schwächen im System der Alterssicherung hin, die sich über viele Jahre aufgebaut haben.
„Altersarmut entsteht nicht erst im Ruhestand, sondern häufig bereits im Erwerbsleben. Wer über längere Zeiträume gering verdient, familiäre Sorgearbeit übernimmt oder keine ausreichenden Möglichkeiten zur zusätzlichen Vorsorge hat, trägt ein deutlich höheres Risiko“, erklärt die Becker-Hornickel. Gerade in Ostdeutschland wirkten sich Transformationsbrüche nach der Wiedervereinigung sowie geringere Einkommensniveaus langfristig aus.
Die FDP sieht Handlungsbedarf insbesondere bei der Stärkung eigenständiger Erwerbsbiografien, ökonomischer Bildung sowie bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen für zusätzliche Vorsorge. Dazu gehören verlässliche Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Transparenz und Planungssicherheit bei privaten und betrieblichen Vorsorgemodellen.
„Ein modernes Rentensystem muss Leistung honorieren, Chancen eröffnen und zukunftsfest sein. Entscheidend ist, dass sich Arbeit über das gesamte Berufsleben hinweg auszahlt und Menschen frühzeitig in die Lage versetzt werden, eigenverantwortlich vorzusorgen“, so die sozialpolitische Sprecherin weiter.
Aus Sicht der FDP kommt es darauf an, Altersarmut durch Erwerbschancen, höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen sowie durch gezielte Stärkung kapitalgedeckter Elemente nachhaltig zu reduzieren. Sozialpolitik müsse dabei vorausschauend ansetzen und nicht erst reagieren, wenn finanzielle Engpässe bereits eingetreten sind.