Becker-Hornickel warnt vor wachsender Versorgungslücke in der ambulanten Pflege
Die ambulante Pflege in Mecklenburg-Vorpommern steht zunehmend unter Druck: Während die Zahl der Pflegebedürftigen laut Nordkurier auf fast 140.000 gestiegen ist, meldet der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) einen Rückgang der ambulanten Pflegeleistungen um zehn Prozent in nur drei Jahren.
Gleichzeitig nehmen Pflegedienste ab, Ausbildungszahlen sinken und die Versorgungslücke wächst.
Barbara Becker-Hornickel warnt vor dramatischen Folgen: „Die Lage verschärft sich, vor allem für die vielen Menschen, die zu Hause gepflegt werden.
Wenn Anbieter niemanden mehr aufnehmen können, geraten Familien massiv unter Druck“, so Becker-Hornickel.
Der Paritätische Gesamtverband nennt weite Wege, mangelnde Refinanzierung und Fachkräftemangel als Hauptprobleme.
Auch Krankenkassen fordern mehr Kompetenzen für Pflegefachpersonen, etwa bei Wundversorgung oder bestimmten Medikamentengaben, wie Henning Kutzbach von der Barmer betonte.
Becker-Hornickel kommentiert: „Es ist widersinnig, dass der Bedarf steigt, während Pflegedienste aus finanziellen Gründen schließen. Das zeigt, dass unser System dringend reformiert werden muss.“
Sie fordert entschlossene Maßnahmen: Weniger Bürokratie, schnellere Refinanzierungen und eine erleichterte Gewinnung internationaler Fachkräfte.
„Wir brauchen jetzt klare politische Entscheidungen, um die ambulante Pflege zu stabilisieren“, so Becker-Hornickel.