DOMKE: SED-Unrecht bleibt Mahnung - Zwangsadoptionen restlos aufklären
Zur Vorstellung der Forschungsergebnisse zu Zwangsadoptionen in der DDR äußert sich der Sprecher der Gruppe der FDP im Landtag, René Domke:
„Die SED-Diktatur hat Familien zerstört. Eltern wurden ihre Kinder entrissen - weil sie politisch unbequem waren, weil sie ausreisen wollten, weil sie nicht ins System passten. Kinder wurden zwangsadoptiert. Kinder, die ihre Eltern nie wiedersahen. Kinder, die bis heute teilweise gar nicht wissen, dass sie nicht von den eigenen Eltern großgezogen wurden. Eltern, die jahrzehntelang suchten."
"Wir schulden den Opfern die Wahrheit. Jedes Schicksal verdient Aufklärung, jeder Fall verdient Gerechtigkeit. Das ist eine Frage von Anstand. Die Forschungsergebnisse zeigen auch auf, wie kompliziert es ist, überhaupt an die notwendigen Daten zur Aufarbeitung des SED-Unrechts zu kommen. Wir Freie Demokraten haben daher immer wieder angemahnt, die Akten und Daten unbefristet zu erhalten und die Aufarbeitung fortzusetzen und zu intensivieren.”
"Mecklenburg-Vorpommern war Teil der DDR. Auch hier wurden Kinder geraubt, auch hier wurden Familien zerrissen. Der Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur leistet wichtige Arbeit - aber er braucht mehr Unterstützung. Mehr Mittel, mehr Personal, mehr politischen Willen."
"SED-Unrecht darf niemals relativiert werden. Wer die DDR verklärt, verhöhnt die Opfer. Aufarbeitung ist Dauerauftrag. Angesichts dieser Schicksale ist es für mich unbegreiflich, dass Ministerpräsidentin Schwesig sich bis heute weigert, die DDR, ein Staat, der entrechteten Eltern einfach und ohne rechtsstaatliches Verfahren ihre Kinder entreißen konnte, als das zu bezeichnen, was er war - ein Unrechtsstaat.”