WULFF: Bundesstrategie gegen Organisierte Kriminalität darf kein Papiertiger bleiben

In Mecklenburg-Vorpommern fehlt es weiterhin an ausreichend spezialisierten OK-Ermittlern und moderner technischer Ausstattung – im bundesweiten Vergleich ist das Land hier im unteren Drittel.

SCHWERIN, 25. Februar 2026 – Ein handlungsfähiger Staat zeigt sich dort, wo er Kriminalität nicht nur benennt, sondern wirksam bekämpft. Die neue Bundesstrategie gegen Organisierte Kriminalität (OK), die von Innenminister Pegel begrüßt wird, setzt richtige Impulse – doch entscheidend ist, wie diese in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt werden. Die Bundesregierung hat eine umfassende Strategie zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität vorgestellt. Innenminister Pegel lobt die Initiative, doch für Mecklenburg-Vorpommern bleibt offen, wie die Landesregierung ihre eigenen Spielräume nutzt und wo konkrete Defizite bestehen.

„In Mecklenburg-Vorpommern fehlt es weiterhin an ausreichend spezialisierten OK-Ermittlern und moderner technischer Ausstattung – im bundesweiten Vergleich ist das Land hier im unteren Drittel. Die Zusammenarbeit zwischen Landes- und Bundesbehörden ist oft zu bürokratisch, was Ermittlungen verzögert und Doppelstrukturen schafft. Das ist eine Wirkungslücke, für die die Landesregierung Verantwortung trägt“, sagt David Wulff, FDP-Abgeordneter und innenpolitischer Sprecher.

Wulff fordert: „Die Landesregierung muss jetzt ressortübergreifend handeln, die Zahl der spezialisierten Ermittler erhöhen und gezielt in digitale Auswertetechnik investieren. Entscheidend ist, dass die Zusammenarbeit mit dem Bund klar geregelt und regelmäßig evaluiert wird – etwa durch einen jährlichen Bericht des Innenministeriums an den Landtag. Nur so wird die Bundesstrategie in Mecklenburg-Vorpommern zu messbaren Fortschritten führen, statt im Ankündigungsmodus zu verharren.“

Hintergrund: Mecklenburg-Vorpommern hat im Ländervergleich einen der niedrigsten Anteile an spezialisierten OK-Ermittlern. Die technische Ausstattung der Ermittlungsbehörden hinkt hinterher, und es fehlt an verbindlichen Standards für die Zusammenarbeit mit Bundesbehörden. Die Landesregierung ist gefordert, diese Defizite gezielt anzugehen und die Umsetzung der Bundesstrategie transparent und überprüfbar zu gestalten. Effektive Kriminalitätsbekämpfung braucht klare Zuständigkeiten, moderne Technik und Kontrolle – nicht nur neue Papiere.